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DER REISEBERICHT IN ETLICHEN KLEINEN EPISODEN

1. 18.7., Wien meidling. 4% der anreise haben wir hinter uns.



2. Budapest, ein russischer zug richtung moskau. Zugluft ohne zugluft. Die tempera- tur weit jenseits der 30 grad. Nach der abfahrt erfrischt der fahrtwind auf knapp unter 30 grad.

3. Nur noch gut 35 stunden. Ich habe den mit klebeband verschlossenen kübel unter meinem sitz vorsichtshalber auf den gang gestellt. Ich brauche den nicht. Der schaffner ist gleich zu beginn mit unseren fahrkarten abgehauen. (guter einstand.)

4. Die serbischen nachbarn verbrüdern sich am abend mit uns, nachdem wir die thumpsdown für albanien nicht offensiv ablehnen.

5. 19.7. Der erste kritische moment der reise: um 12:00 ortszeit fährt der zug in ein schlagloch. Eine verankerung der oberen liegefläche löst sich. Ich muss das bett verlassen.

6. Aber auch positives lässt sich berichten: stögi hat bereits 2/3 des marsriegels gegessen.

7. Anlässlich des faszinierenden umspurvorganges (die fahrgestelle der waggons wurden getauscht) in zahony hat er gestern nacht auch noch die restlichen zwei biere geleert. Ich mache bei so einer sinnlosen sauferei nicht mit und höre - als genusstrinker lehne ich den masslosen konsum ab  - spätestens mit der gepflegten neunten halbe auf.

8. Nicht zu vergessen, der kübel im staufach unter dem sitz, gestern. Unser detektivischer spürsinn ist sofort aufgeflackert, als wir das in ein plastiksackerl eingewickelte und mit klebeband offensichtlich eilig präparierte behältnis vorfanden.

Während stögi die eher unspektakuläre vermutung hegt, der inhalt wären stierhoden, die eine ukrainische bäuerin zum markt bringen wollte (- was für ein herber verlusst für die arme bäuerin!), ist für mich der inhalt ganz klar das überbleibsel einer ungustiösen kriminellen handlung! Ich habe deshalb den eimer gleich ins niemandsland des zuges befördert. Und siehe da: heute war der kübel weg, was meine these bestätigt.

10. Am bahnhof von nirgendwo buche ich mein handy kurz ins netz von kievtel oderso ein. Sogleich bekomme ich eine sms von der uniqa: "unwetterwarnung". Wir zählen in den nächsten stunden tatsächlich 2 blitze. Respekt.

11. Den schaffner, der gestern mit unseren tickets abgehauen ist, haben wir bisher nicht mehr gesehen. Weil auch die ankunftszeit in vinnica in den entführten unterlagen mit drinnen ist, können wir nicht genau sagen, wie lange wir noch fahren werden. Zur wahl stehen: 16:40, also in 6 minuten, 17:20 und. 17:40. Letzteres ist wahrscheinlich die richtige zeit.

12. 17:05 wäre richtig gewesen.
Der schaffner war der herr in den boxershorts und badeschlapfen. Er händigt uns die tickets aus und sammelt die bettwäsche ein.




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